Die Gesellschaft für Systemische Therapie (GST) bietet eine Weiterbildung in körperorientierter systemischer Therapie an, die den
- strategischen
- lösungs- und ressourcenorientierten
- strukturellen
- zirkulären
- mehrgenerationalen
- erfahrungsorientierten
- narrativen und den
- phänomenologischen
Ansatz der Systemischen Therapie und Beratung mit folgenden, körperorientierten Ebenen verbindet:
- motorisch (Handlung): Fluss – Zeit – Gewicht – Raum
- energetisch (Energie): Ladung, Entladung, Vibration, Pulsation
- somatisch (Empfindung): körperliche Sensationen
- interaktionell (Beziehung): Beziehung zu mir und zu Anderen
- emotional (Gefühl): Integrieren von Emotionen
- verbal (Wort): Kommunikation und Verbalisation
- kognitiv (Vorstellung): Gedanken, Bilder, innere Dialoge
Warum körperorientiert?
Handlungs- und erlebnisorientierte Ansätze stehen derzeit hoch im Kurs. Wollte man für diese Entwicklung einen Namen finden, ließe sich von einer emotionalen Wende in der systemischen Praxis sprechen. Dies ist sicherlich auch den Anregungen aus den kognitiven Neurowissenschaften zu verdanken.
Die Neurowissenschaften belegen, dass das Gehirn zum Lernen Erfahrungen benötigt. Für die Therapie bedeutet das, dass sich problematische Einstellungen durch kognitiven Erkenntnisgewinn alleine nicht verändern lassen. Einstellungen die unser Denken, Fühlen und Handeln bestimmen, basieren auf Erfahrungen. Wollen wir Einstellungen verändern, benötigen wir neue Erfahrungen. Der Körper, die Verkörperung und Umsetzung in Interaktion, bietet hierzu eine Vielzahl kreativer Möglichkeiten, die erfahrbar werden lassen, was intellektuell bereits verstanden worden ist.
Warum systemisch?
Dem Menschen ist es nicht möglich, seine unbewussten Impulse zu begreifen, solange sie nicht Gestalt annehmen. Das Verhängnisvolle dabei ist: Wir glauben, dass uns die anderen etwas zufügen, Partner, Kinder, Freunde und Kollegen, und begreifen nicht, dass sie uns nur zufügen können, was bereits in uns wohnt. Es fällt schwer zu verstehen, dass die Art und Weise, in der wir uns verletzen lassen, nur die Art und Weise spiegelt, in der wir uns selbst verletzen. Lieben bedeutet demnach, sich selbst im anderen zu erkennen. Wenn wir lernen, dem Mangel, der sich im Anderen gestaltet, liebevoll zu begegnen, lernen wir uns selbst liebevoll zu begegnen. Dieser systemische Blick schafft einen versöhnlichen Blick auf zwischenmenschliches Geschehen. Er macht es möglich sich seiner Selbst- gestaltungskompetenzen bewusst zu werden und das Leben als einen Ort der freudevollen Bezogenheit auf Andere zu verstehen.
Für Wen
Die Ausbildung in körperorientierter systemischer Therapie ist für Menschen gedacht, die am Anfang einer therapeutischen Laufbahn stehen, in einem benachbarten Berufsfeld arbeiten, sich in systemischer Körpertherapie fortbilden möchten, oder eine intensive Möglichkeit der Selbsterfahrung suchen. Dabei erwarten wir nicht, dass jeder Teilnehmer als Therapeut arbeiten wird, da die Ausbildungsinhalte auch im pädagogischen, sozialen, medizinischen, Organisationsbereich und innerhalb von Coachingprozessen sinnvolle Anwendung finden.
Als weiterführende Lektüre empfehlen wir die „Die Einführung in die körperorientierte systemische Therapie“ von Andras Wienands, Carl-Auer Verlag, Heidelberg.
Ausbildungsinhalte
Selbst-Bewegungen: Quellen unbewusster Ressourcen
Lösungsbewegungen: verkörperte Lösungen
Emotionen: Integrieren statt Entladen
Enactment und szenische Verarbeitung: Das Körpergedächtnis
Regression oder Progression: Mit der Liebe der Kinderseele
Energie: Wo nicht gehasst werden darf, kann nicht geliebt werden
Ausführliches Curriculum zur Weiterbildung anfordern
Weitere Informationen unter www.gstb.org